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Theater & Kino

Teenie-Schwarm Jannis Niewöhner im h20-Interview zum Film-Start von Rubinrot

Für h20 sprachen die Jugend-Reporterinnen Janne Fock (15) und Lea Friebel (15) mit dem Hauptdarsteller Jannis Niewöhner

 
 
h20: In dem Film geht es ja um Zeitreisen. In welche Zeit würdest du persönlich gerne springen?
Jannis Niewöhner: Ins Jahr 1968, als die Studentenrevolte war. Mein Vater war zu der Zeit ein Jugendlicher und erzählt immer viel davon. Total spannend finde ich, dass da eine Generation zusammenstand und gemeinsam für eine Sache kämpfte. Da würde ich gerne hinreisen und schauen, wie es damals war.
h20: Es soll ja einen 2. Teil geben, steht schon fest, wann die Dreharbeiten anfangen?
Jannis Niewöhner: Nein, das steht noch nicht genau fest, aber er ist in Vorbereitung. Wir haben natürlich große Lust, ihn zu drehen, aber wir freuen uns jetzt erst mal, dass der 1. Teil ins Kino kommt und hoffen, dass er vielen Leuten gefällt.
h20: In dem Film musst du ja viel fechten, war es schwierig für dich, den Nahkampf in so kurzer Zeit zu erlernen?
Jannis Niewöhner: Die Kämpfe und Choreografien sind ja immer einstudiert. Dennoch war es eine große Herausforderung: Ich war eine Woche in Budapest und habe dort mit einem erfahrenen Stuntteam trainiert. Wir haben jeden Tag gekämpft, z.B. auf der Kutsche Choreografien geübt. Und das Fechten hat mir ein Fechtweltmeister beigebracht. Es war eine echt aufregende Zeit, ich habe so viel Neues gelernt und es hat wirklich viel Spaß gemacht. Toll war auch, dass ich alles selber machen durfte.
h20: Hattest du überhaupt kein Double?
Jannis Niewöhner: In ein oder zwei Szenen, wie zum Beispiel dem Sturz von der Kutsche, hatte ich kurz ein Double, weil das versicherungstechnisch nicht anders ging.
h20: Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dir und deiner Rolle?
Jannis Niewöhner: Gideon ist schon ziemlich anders, er ist ja gerne mal ein arrogantes Arschloch. Ich würde von mir selber sagen, dass ich das nicht bin. Ich mache gerne Sport, bin ehrgeizig und habe mein Ziel vor Augen, aber alles nicht so ausufernd wie Gideon. Es gibt ein paar Parallelen, aber eben nicht so viele. Aber gerade das hat ja so Spaß gemacht, einen fremden Menschen zu spielen.
h20: Was für Sport machst du denn?
Jannis Niewöhner: Ich habe sehr lange Roll-Hockey und Tennis gespielt, Parkour und immer viel ausprobiert.
h20: Ihr habt an vielen verschiedenen Orten gedreht, wie war das für dich?
Jannis Niewöhner: Wir sind viel in Deutschland rumgereist, waren für 2 Wochen auf der Wartburg in Eisenach und haben dort im Drachensaal gedreht, der war sehr beeindruckend. Das ganze Team ist immer mitgereist, und gemeinsam konnten wir viele neue Orte entdecken.
h20: Wie lange gingen die Dreharbeiten?
Jannis Niewöhner: Knapp 3 Monate, von Mitte Februar bis Ende April
h20: Du hast schon einige Filme davor gedreht, was unterscheidet Rubinrot von den anderen?
Jannis Niewöhner: Ich habe die Bücher alle gelesen. Für mein erstes Casting hatte ich nur meine Spielszene gelesen und wusste gar nicht, was Rubinrot genau ist. Ich merkte aber schnell beim Spielen, dass da ganz viel Dynamik drin steckt und dass da zwischen den beiden Hauptcharakteren etwas passiert. Für das zweite Casting habe ich mir dann die Bücher durchgelesen. Spätestens da hatte ich totale Lust auf die Rolle. Es ist untypisch für einen deutschen Film, dass so eine Geschichte verfilmt wird, in der man den Zuschauer auf eine Reise nimmt, in eine magische andere Welt. Diese Reise zu verfilmen, fand ich sehr spannend.
h20: Die andere Hauptrolle hat Maria Ehrich gespielt, wie war die Zusammenarbeit?
Jannis Niewöhner: Die Zusammenarbeit mit Maria war wirklich super. Wir kannten uns schon vorher, haben uns am Set von Rock it kennengelernt. Als wir uns dann beim 2. Casting begegnet sind, wussten wir eben schon, wer der andere ist. Dadurch hatten wir nicht mehr diese totalen Berührungsängste, die man anfangs hat, wenn man jemand völlig Fremden kennenlernt. Als wir zusammen spielten, haben wir sofort gemerkt, dass uns das beiden Spaß macht und wir auf einer Ebene sind. Dadurch war der Dreh auch ein riesengroßer Spaß mit Maria, wie mit einer guten Freundin.
h20: Wolltest du schon immer Schauspieler werden oder wie bist du zur Schauspielerei gekommen?
Jannis Niewöhner: Ich bin schon immer gerne in Rollen geschlüpft. Als ich ein ganz kleiner Junge war, hatte ich eine Verkleidungskiste und hab‘ mich jeden Tag verkleidet. Ich war auch immer im Theater von meinem Vater. Es war dann eher Zufall, dass mein Vater in seinem Kinder-Jugend-Theater in Duisburg ein Fax von einer Agentur bekommen hat, die Kinder für ein Casting suchten. Und dann hab ich gesagt „jo“ und bin dahin, wurde in die Agentur aufgenommen und dann hat sich das so weiter entwickelt. Dann kamen die ersten Kinofilme. Anfangs war es ein großes Abenteuer, dann hab‘ ich aber gemerkt, da wächst eine Leidenschaft in mir und das will ich auch beruflich machen. Ich möchte entdecken, was da alles zu gehört, und habe angefangen, mich mehr damit zu beschäftigen.
h20: Gibt es Filme, die in nächster Zeit anstehen?
Jannis Niewöhner: Es gibt eine Menge Projekte in Vorbereitung. Im Herbst wird das Event-Movie „Helden“ auf RTL zu sehen sein und wahrscheinlich mein neuer Kinofilm „Besser als Nix“, ein verfilmter Jugendroman.
h20: Läuft im Kino aktuell etwas, was du gerne sehen möchtest?
Jannis Niewöhner: Ich hab‘ Der Geschmack von Rost und Knochen gesehen, ein französischer Film, den ich total gut fand. Außerdem möchte ich Django Unchained sehen und Gangster Squad. Es gibt noch viele Filme, auf die ich große Lust habe. Ich werde demnächst wohl viel Zeit im Kino verbringen.
h20: Was hast du privat für einen Musikgeschmack?
Jannis Niewöhner: Das ist ganz unterschiedlich. Ich höre zum einen ganz gerne ältere Sachen, z.B. Bob Dylan oder die Rolling Stones. Aber auch viel Hip-Hop aus den Neunzigern. Das ist bei mir so ein bisschen querbeet. Elektro und Volksmusik sind dagegen eher nicht so meins.
h20: Hattest du für 2013 bestimme Vorsätze oder lässt du alles auf dich zukommen?
Jannis Niewöhner: Ich habe eher Wünsche, dass das alles gut klappt, dass es weiterhin gut läuft, und vor allen Dingen, dass Euch Rubinrot gut gefällt.
h20: Reist du gerne und gibt es einen Ort, den du unbedingt mal besuchen möchtest?
Jannis Niewöhner: Ich möchte unbedingt mal nach Amerika und dort vor allem in die Natur. Ich bin ein großer Fan von amerikanischen Filmen und möchte das auf jeden Fall mal entdecken. Das wird wahrscheinlich meine nächste große Reise.
h20: Ist es ein Ziel für dich, auch mal nach Hollywood zu gehen?
Jannis Niewöhner: Es ist natürlich ein langer Weg dahin, die Ehre haben ja wirklich die wenigsten. Obwohl es mittlerweile immer mehr Co-Produktionen zwischen Hollywood und Deutschland gibt, die einem die Chance bieten könnten. Aber mal gucken, was passiert. Obwohl ich natürlich definitiv Lust hätte, da rein zu schnuppern.
h20: Beschreibe dich selber mit drei Worten …
Jannis Niewöhner: Ich würde sagen verpeilt. Vor allem wenn ich nicht am Set bin, bin ich gerne mal verpeilt. Lebensfroh und irgendwie auch ehrgeizig.
h20: Was war das Verrückteste, das ein Fan jemals für dich getan hat?
Jannis Niewöhner: Ich glaube, das Außergewöhnlichste war mal, dass Fans von weit weg zu mir nach Hause gereist sind und vor dem Haus meiner Eltern standen, mit mir redeten und ein Autogramm haben wollten.
h20: Hast du bestimmte Vorbilder?
Jannis Niewöhner: Definitiv. Ich hab‘ viele Vorbilder, viele Schauspieler, die ich mir immer wieder gerne angucke. Dazu gehören z.B. Sean Penn, Brad Pitt, Javier Bardem. In Deutschland gibt es tolle Leute, wie z.B. Ronald Zehrfeld (12 Meter ohne Kopf), den finde ich total gut. Aber auch Moritz Bleibtreu ist ein genialer Schauspieler.
h20: Gibt es Eigenschaften an einem Menschen, die du überhaupt nicht leiden kannst?
Jannis Niewöhner: Ich bin eher jemand, der akzeptiert, dass die Leute so sind, wie sie sind. Natürlich nervt es, wenn jemand total arrogant ist oder nicht auf jemanden zugehen kann und unlocker ist, aber ich denk‘ dann immer, dass kommt auch irgendwo her. Entweder haben sie von ihren Eltern diese blöde Eigenschaft oder sie haben vielleicht einfach nicht so ein schönes Leben. Ich versuche das immer eher zu verstehen, als die Menschen dafür zu verurteilen.
h20: Wirst du auf der Straße oft erkannt?
Jannis Niewöhner: Bis jetzt hält sich das alles sehr in Grenzen.
h20: Du hast schon viele Filme gedreht, kannst du sagen, was deine interessanteste Rolle war?
Jannis Niewöhner: Es ist ganz schwer. Jeder Film ist unterschiedlich und hat seine individuelle Note. Rubinrot war definitiv etwas Neues, das ich in dieser Größenordnung und dazu noch in einer Hauptrolle so noch nicht mitgemacht habe. Auch der Film Ein Jahr nach Morgen, der im Herbst ausgestrahlt wurde, war ein besonderer Film. Sehr sozialkritisch und handelte von einem Amoklauf. Diese beiden sehr unterschiedlichen Rollen waren bis jetzt meine intensivsten Erfahrungen.
h20: Gab es auch Rollen, die du persönlich sehr schwer zu spielen fandest?
Jannis Niewöhner: Jede Rolle hat natürlich so ihre Herausforderungen. Ein Jahr nach Morgen war eine komplett neue Arbeit, da ging‘s wirklich ums Method Acting, man versucht sich total in die Rolle hineinzuversetzen und die Gefühle zu fühlen, die diese Rolle verlangt. Die Rolle war extrem depressiv und traurig, das war eine extreme Herausforderung.
h20: Und noch zum Schluss: Wie viele Interviews musstest du heute schon geben?
Jannis Niewöhner: (lacht) Es sind schon ein paar. Also heute … lasst mich mal überlegen ... (zählt), ich glaube, so um die 6. Aber das gehört ja auch dazu. Man macht Werbung, denn wir möchten alle, dass viele Leute den Film sehen. Schließlich soll sich unsere Arbeit ja auch lohnen …
 

Info:

Kerstin Giers Roman-Trilogie Liebe geht durch alle Zeiten (2009) stand über Jahre auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, allein in Deutschland wurden über eine Million Bücher verkauft. Rubinrot wurde in 28 Sprachen übersetzt und verkauft. Aufgrund der großen Popularität wird die Trilogie gerne auch in einem Atemzug mit der Twilight Saga genannt.

 

Wenn das Grippe-Virus zuschlägt

Nun ist doch nichts aus dem verabredeten Interview mit dem Schauspieler Kostja Ullmann geworden. Das geplante Gespräch in München und die Premieren-Berichterstattung zum Film Rubinrot direkt vom Roten Teppich musste leider abgesagt werden – zum allergrößten Bedauern der h20-Reporterinnen Janne und Lea, die vor allem auf den Star von „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ gespannt waren. An dieser Stelle bekommt Ihr aber wenigstens die Bilder von der Premiere und den Clip zu sehen …

 

 
 

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