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Sport & Freizeit

"PARKOUR" du bestimmst den weg

Waghalsig springt er über Straßenschluchten, erklimmt geschmeidig wie eine Katze Kräne und Gerüste. Atemberaubend schnell fl ieht Action-Darsteller und Extremsportler Sébastien Foucan im Film „Casino Royal“ vor James Bond. Mauern sind keine Hindernisse. Alles nur Fiktion oder kann ein Mensch diese Leistung wirklich bringen? h20 fragte nach bei Florian Wagensommer vom ETV, der Kurse in der Trendsportart Le Parkour gibt.

 
 
h20: Was ist Le Parkour?
Florian: Parkour ist die effi ziente Fortbewegung zwischen zwei Punkten. Entstanden ist dieser Sport, wenn ich richtig informiert bin, nach einer verpatzten Rettungsaktion. Daraufhin hat sich ein französischer Militär gefragt, wie die Menschen hätten gerettet werden können. Einer der Soldaten, die in dieser entwickelten Fortbewegung geschult wurden, zog mit seiner Familie nach Frankreich und dort gab er das Erlernte anseinen Sohn weiter. Der Name des Sohnes ist David Belle und als David in einem urbanen Vorort von Paris groß wurde, entwickelte er mit seinen Freunden „Parkour“. Dieser Ausdruck der autonomen Selbstbestimmung sorgte für Aufsehen. Freunde zerstritten sich, die Gruppe teilte sich und einige gingen ihre eigenen Wege.Ein Beispiel dafür ist Sébastien Foucan, der in England zwei Dokumentationen abdrehte und den Sport damit weltberühmt machte.
h20: Was gefällt Ihnen besonders an der Sportart?
Florian: Dass es kein Sport ist - Parkour ist Selbstfi ndung. Beim Parkour bist du stets auf dich selbst zurückgeworfen. In der stetigen Konfrontation mit ureigenen Ängsten wächst man über sich hinaus. Parkour wird draußen ausgelebt, es ist eine Ausdrucksform, die es einem ermöglicht, eigene Wege zu gehen. Und, da esauf der Strasse nur Beton und keine Matten gibt, muss man sehr genau wissen, was man macht und was man kann.Es dreht sich darum, zu sich selbst zu fi nden und nicht der Krasse, Coole oder Wagemutige zu sein. Summa summarum: Parkour ist eine Philosophie - ein Way of Life, wenn man so will.
h20: Gibt es Tricks - wenn ja welche?
Florian: Wenn die Frage darauf abzielt, ob es beim Parkour Tricks bei der Ausübung gibt, dann kann ich mit „Nein“ antworten. Das ist alles nur Training. Ob es in diesem Sport Tricks gibt? Ja, aber es sind zu viele, um sie aufzuzählen und es dreht sich auch nicht um Tricks, sondern um den Ausübenden. Schließlich machen wir dasnicht für die Leute, die zuschauen.
h20: Wie lang braucht man bei regelmässigem Training, um diese Sportart perfekt zu können?
Florian: Dein Leben lang … mit mindestens dreimal die Woche à 5 Stunden Training.
h20: Gibt es spezielle Plätze, wo man es am besten freestylen kann?
Florian: Nein, deine Fantasie und körperliche Befähigung bilden die einzige Limitierung der Möglichkeiten.
h20: Gibt es Stars oder Vorbilder bei dieser Sportart?
Florian: Natürlich gibt es die … David Belle, Sébastien Foucan, Daniel Ilabaca, Oleg Vorslav sind auf jeden Fall zu nennen, denn ohne sie wäre der Sport nicht, was er ist.
h20: Haben Sie schon mal an einem Wettbewerb teilgenommen?
Florian: Nein, und ich persönlich fi nde, dass Parkour nicht kompetitiv sein sollte. Es dreht sich nicht darum, wer der Beste ist, sondern eine schöne Zeit mit Freunden zu geniessen.
h20: In welchen Alter ist es gut, mit Parkour und Training zu beginnen?
Florian: Mit 14 Jahren, da der Körper erst ein gewisses koordinatives Geschick und Kraftniveau erfüllt haben muss.
h20: Viele fi nden die Szene aus dem Film James Bond „Casino Royal“ cool. Kann man Stunts wie z.B. ein Gerüst hoch laufen oder von Haus zu Haus springen schaffen?
Florian: Ja…das ist das Tolle an Parkour. Wir werden die Helden aus unseren Kindertagen.Filme wie „Casino Royal“ oder „Ghetto Gangz“ (mit David Belle) werden mit Leuten besetzt, die Parkour 8 bis 16 Jahre lang ausüben.
 

Vielen Dank für das Interview.

 

 

 

 

 

 

 
 
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