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Musik & Medien

Cro Interview

Da sitzt er nun vor uns, dieser Rapper, der Schöpfer des Wortes „Raop“. Cro wirkt – im Gegensatz zu uns – sehr cool und unaufgeregt. Die berühmte Pandabär-Maske liegt hinter ihm auf der Kommode. Er möchte ganz normal angesprochen werden und stellt sich auch mit seinem bürgerlichen Namen vor: Carlo. Wir befinden uns in seinem Kölner Hotelzimmer und suchen hektisch unsere Fragen, während er das Startsignal gibt: „Es kann losgehen!“

 
 
K50: Hallo Carlo. Welche Frage wurdest du bei Interviews eigentlich am hufigsten gefragt?
Cro: Warum trägst du eine Pandabär-Maske? Die Frage wollt ihr doch sicherlich auch stellen. (lacht)
K50: Ja, irgendwie interessiert es uns schon!
Cro: Ich hab die einfach so genommen. Pandas lieben alle, naja. Ich und mein Kumpel Psaiko, zwei Idioten vor dem Laptop, haben eine Maske gesucht. Irgendwie sahen alle Scheiße aus – bis auf Panda und Eisbär. Es gab richtig komische Sachen, wie einen Elefanten mit so Riesen-Ohren, voll bescheuert. Dann haben wir unsere Favoriten bestellt, und der Pandabär hat dann besser gepasst.
K50: Willst du es machen wie Sido und deine Maske irgendwann abnehmen?
Cro: Nein. Jetzt im Moment und in näherer Zukunft denke ich nicht. Die Maske ist meine andere Welt. Ich kann zwischen Carlo und Cro eine Art Grenze ziehen. Ich kann ganz normal mit der Bahn fahren, ohne dass mich Leute ansprechen, erkennen oder ein Autogramm von mir wollen. Auerdem gibt es so viele Vorteile: Ich sehe immer gut aus, ich bleibe immer jung …
K50: Hat schon mal jemand versucht, dir die Maske abzureißen?
Cro: Nein. Nicht ein einziges Mal!
K50: Da ja kaum einer weiß, wie du aussiehst: Hat dich auf der Bühne schon mal jemand vertreten?
Cro: Nee. Nur auf dem Echo haben wir mal einen Reporter geschickt, der wissen wollte, wie es ist, ich zu sein. Dann durfte er als Cro auf den ECHO.
K50: Beim ECHO gab es doch den Auftritt mit dir und den ganz vielen Masken, wo das Publikum erraten musste, wer jetzt „der echte Cro“ ist …
Cro: Ja. Ich wollte eigentlich noch selber dabei sein. Aber ich bin einfach mit dem Preis und …
K50: (Wir fallen ihm ins Wort) Also, da warst du gar nicht dabei? Das Publikum konnte dich also gar nicht finden?
Cro: Weiß man‘s? (grinst) … Nee, war ich nicht. Ich hatte den Preis in der Hand und hab’ mich bedankt. Bin dann durch dieses Tor und dann hat es geheißen, ich hab’ 30 Sekunden um mich umzuziehen. Dann hab’ ich den Preis abgestellt, Schuhe ausgezogen und schlüpf’ gerade in die neuen hinein, und in dem Moment ging dann die Tür auf. Also hatte ich eigentlich nur sechs Sekunden Zeit. Und dann dachte ich: ok, jetzt bleibst du halt hier, ist jetzt auch egal. Sorry.
K50: Ist das denn nicht komisch, wenn du im Club stehst und dann ein Lied von dir kommt und alle tanzen darauf. Und sie vergessen, dass du da mittendrin bist?
Cro: Ja, das ist ein lustiges Spiel. Eigentlich das beste, das ich je gespielt habe, und auch das längste. Und der positive Nebeneffekt dabei ist: Es macht echt megaviel Spaß.
K50: Es gab einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in der ein Foto zu sehen war, welches angeblich du sein solltest. Wie reagierst du darauf?
Cro: Ich kann ja bei allen Fotos der Welt sagen, dass ich das nicht bin. Die Leute wissen ja nicht, wie ich aussehe. Ich kann alles leugnen. Und alle anderen können drucken, was sie wollen. Ob das stimmt oder nicht, müssen die Leser dann für sich entscheiden.
K50: Was ist ein normaler Tag für Cro?
Cro: Ein normaler Tag? Cro muss viel zu früh aufstehen, um 8 Uhr oder so. Dann kommt Cro ein bisschen zu spät, alle warten schon. Nach Interviews oder Besprechungen fahren wir dann irgendwo hin, Hamburg oder so. Und dann kommt der Auftritt. Und das Feiern wird dann in der Nacht nachgeholt.
K50: Und wie sieht ein normaler Tag bei Carlo aus?
Cro: Carlo chillt zu Hause. Steht gegen 11 Uhr auf. Dann macht er den ganzen Tag Musik und guckt abends manchmal noch einen Film und geht dann wieder schlafen.
K50: Wie oft gibt es Carlo und wie oft Cro?
Cro: Letztes Jahr hatte ich viel um die Ohren. Cro war dann 365 Tage am Start. Dieses Jahr gefällt mir persönlich besser. Das Verhältnis war ausgeglichener und einfach entspannter. Ich konnte mich mehr zurücklehnen und auch mal nur zu Hause Mucke machen. Aber über den Sommer hinweg gibt es wieder nur Action.
K50: Worauf können sich die Zuhörer und Zuschauer bei deinem neuen Album und der neuen Tour freuen?
Cro: Die Zuhörer können sich vor allem auf neue Musik freuen, nicht mehr dieses Alte-Schinken-Album. Alle Eltern sind schon so genervt. Mir schreiben nicht die Kinder, sondern immer die Eltern und flehen um neue Musik, weil sie die alte nicht mehr ertragen und nicht mehr hören können.
K50: Wie ist deine neue Single „Traum“ angekommen?
Cro: Sehr gut! Wir waren fast überall auf Platz 1 der Charts. Bei Apple, in den Radiocharts und, und, und. Nur in Österreich ist „Traum“ noch auf Platz 2. Da ist nämlich die Wurst auf der 1. (lacht)
K50: Wie fandest du den Auftritt von Conchita Wurst?
Cro: Ich hab’ den nur so nebenbei verfolgt, aber der war schon gut. Ich meine unter die Besten hätte ich ihn oder sie schon gesteckt.
K50: Wenn du tourst, bist du lieber mit dem Bus oder mit dem Zug unterwegs?
Cro: Mit dem Bus ist besser. Alle Jungs sind zusammen, man hat eine Playstation, einen Fernseher, und es macht einfach mehr Spaß.
K50: Wie würden dich deine Kumpel in drei Adjektiven beschreiben?
Cro: Verplant, abgecheckt und lumpi.(Cro beginnt in unseren letzten Ausgaben zu blttern und wirkt plötzlich etwas abwesend.)
K50: Hast du mal bei einer Schülerzeitung mitgemacht?
Cro: Ich hab’ immer für die gemalt. Viele Cartoons. Ich habe Grafiken illustriert, passend zu den Artikeln. Alles, was gefordert wurde.
K50: Ist Malen immer noch ein Hobby von dir?
Cro: Ja! Ich habe ein fettes Mäppchen mit allen möglichen Farben immer dabei und auch einen Block. Ich kritzel’ auch immer überall rum.
K50: Hat dir Schule was gebracht?
Cro: Na klar. Schule bringt immer was. Die Allgemeinbildung und das ganze Lebensbild, was ich mitbekommen hab. Ich hab auch viel Scheiße gebaut, das gehört dazu. Hier und da mal geraucht und so einen Quatsch, was man einfach als Kind macht. Schule ist schon wichtig.
K50: Wie gehst du jetzt mit deinem großen Erfolg um?
Cro: Gut. Ich bin relativ gelassen. Ich hab’ den ganzen Stress ja nicht. Wenn ich keine Lust mehr habe, bin ich einfach wieder Carlo.
K50: Wenn du rückblickend etwas ändern könntest oder anders handeln könntest, was wäre das?
Cro: Ich würde nichts anders machen! Ich kann mich da an eine Simpsons Folge erinnern. Homer reist in die Vergangenheit und tritt nur auf eine Fliege oder so, und alles ist anders. Alle seine Handlungen hatten dann Auswirkungen auf die Zukunft. Obwohl es nur Kleinigkeiten waren, war es dennoch sehr gravierend. Vor sowas hätte ich voll Angst. Ich hätte Angst, nicht genau hier wieder zurückzukommen. Ich bin mit allem zufrieden! Gut, wie alles lief.
K50: Wäre das mit der Musik nichts geworden, was wärst du dann gerne geworden?
Cro: Topmodel. (lacht)
K50: Vielen Dank für das Gespärch!
Cro: :)
 
 
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