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Kultur

"Unsere Waffe ist Musik"

Spätestens wenn der Müllsack zur Haute Couture ernannt wird und grelle Farben im Gesicht zum guten Ton gehören ist es wieder soweit, Deichkind geht wieder auf Tour. Mit ihrem neuen Album "Befehl von ganz unten" im Gepäck haben sie dabei auch Halt in der Mannheimer Maimarkthalle gemacht. Die thema-Redaktion war am 11. März live dabei und hat sich für euch Krawall und Remmidemmi ausgesetzt.

 
 

Manche Dinge sollten einem zu denken geben. So auch, wenn bevor das eigentliche Konzert los geht Songs wie "Killing In The Name Of" und "Warp" gespielt werden, um die Menge aufzuheizen. Könnte das etwa bereits etwas über den noch folgenden Auftritt der Band sagen? Für solche Gedanken habe ich keine Zeit, schließlich stehe ich in der ersten Reihe, was will ich mehr?

Schmeißt das Schlauchboot in die Menge

So etwas wie eine Vorband hat Deichkind auch nicht nötig. Schließlich sollte man vor einem Konzert der Hamburger Jungs alle Kräfte beisammen haben. Das wird von Anfang an klar, als das Rolltor hochgefahren wird und die Menge beim ersten Anblick Deichkinds in sofortige Ekstase versetzt wird. Für Ansagen oder sonstige Mitteilungen an die Fans wird keine Zeit vergeudet, die Jungs sind mit Leib und Seele dabei und stürzen sich des Öfteren auch selbst in die Menge, egal ob im Schlauchboot, auf der Hüpfburg oder passend zu "Roll das Fass rein" in besagtem Fass.

“Heute wird abgenommen“

Der Schweiß steht mir im Gesicht, bei gefühlten 50 Grad Hallentemperatur auch kein Wunder oder liegt es doch daran, dass ich mehr in der Luft als am Boden unterwegs bin? Volkommen egal, die Menge tobt und springt im Takt als ginge es um nicht weniger als das eigene Leben. Wer sich der Menge widersetzten und sich die spektakuläre Bühnenshow in aller Ruhe genießen will hat schlechte Karten und wird nach wenigen Sekunden auf dem Boden gelandet sein. So stürze auch ich mich ohne Rücksicht auf Verluste in die Menge, sehe aus den Augenwinkel Freunde an mir vorbeispringen, die so kaputt aussehen, wie ich mich fühle.
Gierig lechze ich nach jedem der Wassertropfen, die Deichind von der Decke der Maimarkthalle tropfen lässt (leider stehe ich mittlerweile nicht mehr in der ersten Reihe, die mit einem nicht genau definierten Getränk aus einem Schlauch versorgt wird). Währenddessen schwingt sich die Band von einem Kostüm ins nächste, veranstaltet eine eigene Pogo auf der Bühne und lässt es Konfetti regnen.

Leider geil!

Gefüllt mit Klassikern wie "Arbeit nervt" und "Bon Voyage", aber auch neuen Hits wie "Bück dich hoch" geht der Spuk nach zwei Stunden dann auch zu Ende. Eine Mischung aus totaler Erschöpfung gepaart mit purer Glückseligkeit liegt in den Gesichtern der Zuschauern und so wird dieser Abend sicherlich noch lange in den Köpfen der illegalen Fans herum spucken.

 

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